1998  

Am 20. Januar 1998 kündigte Creative als neuer Partner von 3Dfx erste Voodoo 2 Karten an und brachte diese kurz vor den Produkten von Diamond mit der Monster 3D 2 auf den Markt.

Am 31.März eröffnete Q3D seinen Online Shop und bot im April erste Voodoo 2 Produkte in grossen Mengen unter dem Namen Obsidian 2 an.

Zuvor hatte Quantum als Übergang zur Voodoo 2 Technik als einziger Anbieter Karten entwickelt, welche mehrere Voodoo 1 Karten zu einer Art Verbund kombinierten (Quantum SB100-44x0).

3Dfx nannte diese Technologie SLI (Scan Line Interleave) dieser Begriff sollte ab der Voodoo 2 ein weiteres Mal den Spielesektor nachwirkend beeinflussen…
 

Diamond
Monster 2
Quantum
SB100
Quantum
SB200

Die Voodoo 2 Karten schlugen in der Computerspielszene ein wie Bomben: Noch nie zuvor war es möglich gewesen so schnell, so brillante 3D Welten zu erschaffen, auch wenn 3Dfx nur den Voodoo 1 kräftig aufgebohrt hatte.

Mit einem so genannten SLI Verbund aus zwei Karten war es erstmals möglich in Auflösungen von 1024 auf 768 Bildpunkten zu spielen, die Abwärtskompatibilität zum Voodoo 1 und das weiterführen aller bekannten Standards stiessen bei den Entwicklern auf grosse Sympathie.

 

Voodoo 2
SLI Verbund

Mit neuen Technologien wie dem Bump-Mapping liess man den Spielern regelrecht das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Der Juni 1998 wurde zu einem absoluten Höhepunkt in der Firmengeschichte von 3Dfx. Erstmals wurde ein kombinierter Chip aus 2D und 3D-Kern von 3Dfx angekündigt, der Banshee. Obwohl dieser danach fast zum unbeliebtesten Produkt von 3Dfx wurde war man im Vorfeld aufgrund des aktuellen Erfolges sehr optimistisch.

Zur gleichen Zeit erschienen immer mehr Voodoo 2 basierende karten unter anderem von Canopus (Pure 3D) und Guillemot (Maxi Gamer) auf dem Markt und leiteten eine neue Ära des Computerspielens ein: Die 3D-Grafikkarte wurde zum Standart für den Spiele PC.

 

Bump Mapping
Beispiel
 
Voodoo Banshee
Am 22. September 1998 kam es zur ersten direkten Konfrontation mit dem nächsten Konkurrenten nVidia: 3Dfx reichte Klage ein wegen Patentrechtsverletzung in Verbindung mit der Multi-Texturing Technologie. Aufgrund von Gegenklagen sollte sich dieser Rechtsstreit bis zum Fall von 3Dfx weiterziehen.

Im Oktober erschienen dann die ersten Banshee Karten auf dem Markt, diese sollten unter anderem den OEM Markt der PC-Hersteller beleben, dazu kam es jedoch leider nie. Die Banshee wurde nie zu einem geliebten Produkt, da man sie in Sachen Leistung gegenüber der Voodoo 2 beschnitten hatte.
 

Auch hatte Konkurrent nVidia das 32-Bit Zeitalter mit einem grossen Hype eingeläutet, da die 3Dfx Karten nur 16-Bit beherrschten wurde man sich der Konkurrenz erstmals richtig bewusst:

Mitte November wurde die nächste Generation der 3Dfx Chips angekündigt, gleichzeitig sollte auch der Auftritt und die internen Strukturen der Firma frischen Wind zu spüren bekommen: Ein neues Firmenemblem und der Voodoo 3 Chip Avenger wurden angekündigt.

Am 14. Dezember des Jahres 1998 kaufte 3Dfx den Grafikkartenassemblierer STB Systems in Mexiko auf um vortan nicht nur die Chipsets sondern auch die fertigen Karten selber unter eigenem Namen zu verkaufen. Erst fünf Monate später sollte die erste Karte den Markt erreichen.

 

Das Jahr 1998 war das erfolgreichste 3Dfx in der kurzen Firmengeschichte: Mit dem Voodoo 2 Chipset waren sowohl Spieler wie auch Spieleentwickler sehr zufrieden und auf dieser Technologie basierende Produkte führten in jedem Monat die Verkäuferlisten an. Der Banshee Chipsatz konnte an diesen Erfolg nicht direkt anknüpfen, doch waren dadurch OEM Partnerschaften mit Compaq, Packard Bell, Gateway und anderen entstanden.

16-Bit Rendering
32-Bit Rendering
 
 
1999  

Im Jahre 1999 sollte alles neu und frisch werden, als erstes präsentierte sich 3dfx (man beachte den kleinen, feinen Unterschied) sowohl mit der neuen Geschäftsstrategie des eigenen Kartenbaus, als auch mit einem neuen Emblem.

Der neue Kopf der 200 Mann starken Firma wurde Richard Burns, ein erfolgreicher Geschäftsmann mit 25 Jahren Branchenerfahrung.

Zudem machte 3dfx mit einer 20 Millionen USD teuren Werbekampagne mächtig auf sich aufmerksam, erstmals erschien Eigenwerbung von 3dfx in Zeitschriften und Fernsehen.

 

Doch im Hintergrund war nichts wirklich in Ordnung gewesen: STB und 3dfx harmonierten nicht wie erhofft, die Geschäftsphilosophien gingen viel zu weit auseinander und somit konnten bereits erste gemeinsame Termine nicht eingehalten werden. Zu alle dem hatte man die bisher gut verdienenden Dritthersteller der 3dfx-Karten verärgert und quasi an die Konkurrenz abgeschoben.

Zusehends wuchs der Druck seitens der Konkurrenz an. nVidia hatte schnell aufgeholt und 32-Bit Rendering zu einem waren Markthype gemacht, was sich später als ernsthaftes Problem herausstellen sollte.

 

Zum selben Zeitpunkt startete 3dfx ein hochgeheimes Projekt um einen neuen Superchip, den Rampage. Dieser Superchip sollte den Thron auf weiteres sichern und war ursprünglich für spätestens Ende 2000 geplant, dieses Projekt sollte sich jedoch aufgrund massiver Probleme und Verzögerungen als einer der schwerwiegendsten Fehlentwicklungen von 3dfx herausstellen.

 

Das neue 3dfx Logo
R. Burns
3dfx Werbung für die V3

Erst am 7.April erschienen dann die Voodoo 3 Karten 2000 und 3000 AGP auf dem Markt, der Preis war verlockend und dank dem guten Namen und der unschlagbaren Geschwindigkeit sowie der vollen Kompatibilität zu allen Spielen wurde die Karten noch einmal ein grosser Erfolg.

Die Voodoo 3 verfügte zudem über einen guten 2D-Kern und exzellente Multimediaeigenschaften, 3dfx schien etwas gelernt zu haben.

 

 

 

 

 

V3 2000
V3 3000
 
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